Der beste Coffee to Go der Stadt

Einwegbecher sind von vorgestern

Für viele Menschen gehört der Kaffee auf dem Arbeitsweg zum festen morgendlichen Ritual. Dagegen ist gar nichts einzuwenden, wäre da nicht das Problem mit den Einwegbechern. Herstellung und Entsorgung verursachen nicht unerhebliche Umweltprobleme. Mehrwegbecher sind eine Alternative, die aber nicht per se klimafreundlicher ist. Vor allem Pfandsysteme sind in der Kritik. Warum also nicht den eigenen Becher mitbringen?

Am schlimmsten ist der Deckel

Rund 60 % der 2,8 Milliarden Einwegbecher, die Jahr für Jahr allein Deutschland für Heißgetränke verwendet werden, sind aus Pappe, der Rest ist Plastik. Was ist eigentlich so problematisch an Pappbechern? Einmal ist es die gigantische Menge. Die Becher landen nur selten im Altpapier, sondern eher in gewöhnlichen Straßen-Mülleimern, also beim Restmüll. In großen Städten machen sie dort bis zu 15 % des Volumens aus. Und selbst wenn sie recycelt würden, kann die Kunststoffbeschichtung nur sehr aufwendig vom Papier getrennt werden. Ergebnis: Oft landet der Pappbecher doch in der Müllverbrennung. Die CO2-Bilanz des Bechers wird übrigens maßgeblich durch den unscheinbaren Kunststoffdeckelbestimmt. Tausend einwandige Pappbecher verursachen ohne Deckel 8,4 kg des Treibhausgases, mit Deckel schnellt der Wert auf 20,8 kg in die Höhe. Besonders übel, wenn er dann noch irgendwo im Straßengraben liegen bleibt.

Mehrweg rechnet sich bei langer Nutzung

Hochwertige Mehrwegbecher aus Kunststoff oder Keramik haben einen energieintensiven Herstellungsprozess. Ab wie vielen Nutzungen sie das Einwegprodukt in der Öko-Bilanz schlagen, hängt davon ab, welchen Maßstab man anlegt. Geht es um Überdüngung von Gewässern (für Pappbecher muss Zellulose angebaut werden), reichen schon zehn Coffee-to-go. Bezieht man die Energie für Spülen und bei Pfandsystem für den Transport mit ein, müssen es schon fünfzig Umläufe sein – bei einem werktäglichen Kaffee also rund zwei Monate.

Getränke in den eigenen Becher

Immer mehr Bäckereien und Schnellrestaurants befüllen auch eigene Becher der Kunden, bieten dafür sogar Preisnachlässe. Hygienische Bedenken gibt es kaum, denn die Becher kommen nicht mit Lebensmitteln für andere Kunden in Berührung. Warum also eigentlich nicht? Einen Kaffeebecher nutzen Sie doch ohnehin zu Hause. Der CO2-Fußabdruck lässt sich weiter verkleinern, wenn Sie diesen Becher nicht nach jedem Kaffee mit heißem Wasser und Spülmittel behandeln, sondern einfach kurz kalt durchspülen. Hand aufs Herz – Ihre Bürotasse wird doch auch nicht dauernd klinisch gereinigt? Ganz abgesehen vom guten Umweltgewissen genießen Sie Ihren Kaffee doch viel mehr aus einem geschmacksneutralen Becher, den Sie bei vielen Anbietern noch individuell bedrucken lassen können. Damit gerät er auch im Büro nicht so schnell in fremde Hände.